© BMFSFJ

Die 21 Mitglieder des Unabhängigen Beirats für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf haben nach vier Jahren Amtszeit ihren ersten Bericht vorgestellt und ihn offiziell am 20. Juni an mich übergeben. Der Beiratsbericht enthält eine Bestandsaufnahme zu Pflegezeitgesetz und Familienpflegezeitgesetz sowie zahlreiche Beschlüsse und Handlungsempfehlungen mit dem Ziel, die Situation pflegender Angehörige weiter zu verbessern.

Pflege ist ein zentrales Thema in unserem Land. Mit der Konzertierten Aktion Pflege nehmen wir die beruflich Pflegenden in den Blick. Gleichzeitig wollen wir die pflegenden Angehörigen unterstützen. Diese sind häufig dreifach belastet: Pflege kostet Zeit. Sie kostet auch Geld, beispielsweise, wenn man die Arbeitszeit reduzieren muss und Einkommen verliert. Und Pflege kostet Kraft. Das sind die Punkte, an denen wir ansetzen müssen. Das zeigt auch der erste Bericht des Unabhängigen Beirats für die Vereinbarkeit Pflege und Beruf, dessen Handlungsempfehlungen und Beschlüsse wir sorgsam prüfen werden.

Zur Diskussion der Handlungsempfehlungen mit der Fachöffentlichkeit und zuständigen Fachpolitikerinnen und Fachpolitikern hat das Bundesfamilienministerium eine Fachtagung im September geplant. Ziel der Veranstaltung: die Fachöffentlichkeit über die Handlungsempfehlungen des Berichts zu informieren, den Austausch der Fachleute anzuregen und zur Weiterentwicklung des Themas beizutragen.

Angebote für pflegende Angehörige
Das Pflegetelefon des Bundesfamilienministeriums bietet schnelle Hilfe für pflegende Angehörige. Zudem regelt das Familienpflegezeitgesetz wichtige rechtliche Grundlagen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Eine zehntägige Auszeit mit Lohnfortzahlung hilft, wenn kurzfristig eine neue Pflegesituation eines Angehörigen organisiert werden muss. Nähere Informationen gibt es auf der Website „Wege zur Pflege“.

Hilfe für pflegende Kinder und Jugendliche
Dabei sind nicht nur Erwachsene mit der Pflege von chronisch Kranken oder Pflegebedürftigen betraut. In Deutschland kümmern sich Schätzungen zufolge rund 479.000 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 19 Jahren regelmäßig um pflegebedürftige Angehörige. Das Bundesfamilienministerium hat darum 2018 zusammen mit „Nummer gegen Kummer“ das Projekt „Pausentaste – Wer anderen hilft, braucht manchmal selber Hilfe“ gestartet. Darüber hinaus können Kinder und Jugendliche sich kostenlos – auch anonym – an die Hotline des Kinder- und Jugendtelefons der „Nummer gegen Kummer“ wenden – unter der kostenlosen Nummer 116 111 oder per E-Mail über www.nummergegenkummer.de.

Quelle: BMFSFJ

Unabhängiger Beirat für die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf legt ersten Bericht vor