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Franziska Giffey im Interview

Am Montag war Franziska Giffey zu Gast beim Deutschlandradio Kultur und gab u.a. Auskunft über ihre vergangene Zusammenarbeit mit Heinz Buschkowsky, über ihre kommenden Aufgaben, über ihre politischen Schwerpunkte und über ihre Sicht auf das vielfältige Neukölln. Einige Ausschnitte aus dem Interview können Sie hier nachlesen.

Zur Zusammenarbeit mit Heinz Buschkowsky

„Wir sind eine große Strecke des Weges gemeinsam gegangen. Heinz Buschkowsky hat mich immer sehr unterstützt und ermutigt. Wir haben viele gemeinsame Gespräche geführt und natürlich wächst man auch an so einem Chef. Insofern kann man schon sagen, dass er einer meiner großen Unterstützer und ein Lehrer für mich war. Ich habe sehr viel von ihm gelernt.“

Zur Bildungs- und Integrationspolitik in Neukölln

„Gerade wenn man über Bildungspolitik und Integrationspolitik in Deutschland diskutiert – und da haben wir sehr häufig ideologisch gefärbte Debatten – dann ist es immer hilfreich zu sagen, kommen Sie doch einfach mal vorbei. Wenn die Leute z.B. sagen, Kitapflicht sei etwas ganz Schlechtes, dann empfehle ich immer einen Besuch in einer ersten Schulklasse in Nord-Neukölln, wo 60% der Kinder Entwicklungsverzögerungen und über die Hälfte der Kinder Sprachstörungen haben. Es ist offensichtlich, dass bei einem Kind, das sich in Klasse 1 noch nicht selber anziehen kann, vieles in seinen ersten Lebensjahren versäumt worden ist. Und die einzige Chance, etwas dagegen zu tun, liegt darin, früher mit der Förderung dieser Kinder anzufangen.“

Zur Bezirkspolitik vor Ort

„Das Spannende an Bezirkspolitik ist, dass man direkt am Leben vor Ort ist. Mein Credo ist: Die Mutter der Kommunalpolitik ist die Vor-Ort-Anschauung. Ich versuche immer dahin zu gehen, wo die Menschen sind.“

Zu den Lehren aus der Zeit in London-Lewisham

„Lewisham ist ein sehr multikulturell geprägter Stadtteil, auch mit sozialen Problemlagen ähnlich wie Neukölln. Ich habe dort eine Zeitlang im Bürgermeisterbüro gearbeitet und habe erlebt, dass die Verwaltung sehr innovativ auf die Problemlagen vor Ort reagiert, z.B. mit vielen Projekten, die u.a. in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft durchgeführt wurden oder mit verstärkten Anstrengungen zur Geldmittelakquise. Ich glaube, es ist wichtig, dass wir solche Dinge auch in Neukölln verstärkt tun: die Wirtschaft in die Pflicht zu nehmen und die Zusammenarbeit mit Unternehmen zu suchen. Aber zusätzlich sollten wir auch schauen, was wir als Bezirk an Verwaltungsinnovationen umsetzen können. Wir müssen schauen, wie wir uns stärker am Bürger orientieren können, wie wir Partner mit ins Boot holen können, wie wir moderne IT-Verfahren nutzen können, um unsere Leistungen besser anbieten zu können, um den Bürger tatsächlich auch als Kunden der Verwaltung zu sehen – und nicht als Last.“

 Zum politischen Schwerpunkt

„Ich bin dafür, alles zu tun, damit jedes Kind in unserem Land eine Chance hat, sich so zu entwickeln, dass es seine eigenen Möglichkeiten für ein selbstbestimmtes Leben ausschöpfen kann. Das ist unser Ziel. Dabei geht darum, die soziale Herkunft eines Kindes nicht über seinen Bildungserfolg bestimmen zu lassen.“

Das gesamte Interview zum Nachhören:  Franziska Giffey aus Neukölln – Was tut die Buschkowsky-Nachfolgerin zuerst?

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