In der Nacht zu Montag wurden in der Britzer Hufeisensiedlung und in der Steinbockstraße nahe dem S-Bahnhof Sonnenallee Stolpersteine aus den Gehwegen ausgegraben und gestohlenen.

Wie Wunden im Gehweg sehen sie aus: seit gestern klaffen an 11 Orten im Bezirk, vor allem in der Britzer Hufeisensiedlung, Löcher – dort wo engagierte Bürgerinnen und Bürger und Neuköllner Schulklassen gemeinsam mit dem Künstler Gunter Demnig Stolpersteine für die Opfer des Nazi-Regimes verlegt hatten. Sich am größten Flächendenkmal Europas für die Ermordung der Jüdinnen und Juden und Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer zu vergreifen und Stolpersteine zu stehlen, ist an Dummheit, Geschichtsvergessenheit und Menschenverachtung kaum zu überbieten. Es ist einfach nur erschütternd.

Wir werden gemeinsam mit den politisch Engagierten im Bezirk und der Neuköllner Zivilgesellschaft alles dafür tun, dass die Lücken so schnell wie möglich wieder mit neuen Stolpersteinen geschlossen werden können. Die Bürgerinitiative „Hufeisern gegen Rechts“ ruft am Donnerstag, den 09. November, um 17 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung an der Buschkrugallee 179 auf. Von dort gehen die Anwesenden zu den Orten der entwendeten Stolpersteine.

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Wie Wunden im Gehweg: Stolpersteine in Neukölln gestohlen
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