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„Schwitzen statt sitzen“ in der Albrecht-Dürer-Schule

Der Bezirk Neukölln beteiligt sich in diesem Jahr erstmals am Programm „Arbeit statt Strafe“, welches der Verein „Straffälligen- und Bewährungshilfe“ (sbh) seit vielen Jahren erfolgreich in Kooperation mit verschiedenen staatlichen Behörden realisiert.

Worum geht es dabei?

Straftäter, die die ihnen aufgelegte Geldstrafe (z.B. fürs „Schwarzfahren“ oder Diebstahldelikte) nicht zahlen können, werden normalerweise zu einer „Ersatzfreiheitsstrafe“ verurteilt. Die Unterbringung im Gefängnis verursacht wiederum Kosten. Um diese zu verringern wurde „Arbeit statt Strafe“ ins Leben gerufen: Wer seine Geldstrafe nicht zahlen kann, der kann freiwillig unbezahlte, gemeinnützige Arbeit leisten, um einer Haftstrafe zu entgehen. Die Berliner Justiz spart jährlich einen zweistelligen Millionenbetrag an Haftkosten durch dieses Programm.

Aus dem offiziellen Titel „Arbeit durch Strafe“ wurde „Schwitzen statt Sitzen“. Davon profitieren beide Seiten. Diese Maßnahme bewahrt einerseits Menschen vor dem Gang ins Gefängnis, andererseits kommen die beteiligten Bezirke zum Beispiel in den Genuss einer unkonventionellen Schulrenovierung.

In Neukölln wurde am 7. Juli 2015 der Startschuss für eine 4 Monate dauernde Schulrenovierung im Albrecht-Dürer-Gymnasium gegeben, in dem drei Flur- und drei Treppenbereiche eine dringend benötigte Verjüngungskur bekommen. Die Renovierung unter fachlicher Aufsicht des sbh werden 8-10 zu Geldstrafen verurteilte Menschen vornehmen.

Bezirksbürgermeisterin Dr.Giffey: „Wir gehen in Neukölln auch gern unkonventionelle Wege, um Probleme zu lösen. Dieses Projekt ist eine gute Möglichkeit, eine Schulrenovierung zu realisieren, die sonst nicht finanzierbar wäre. Dabei können alle Seiten nur gewinnen.“

Bildungsstadtrat Rämer: „Ich freue mich, dass wir zum ersten Mal eine Schule mit der Unterstützung von „Schwitzen statt Sitzen“ denkmalgerecht im Innenraum wieder herstellen können. Dazu gab es sorgsame Abstimmungen mit der unteren Denkmalschutzbehörde, die über die angemessene Pflege des bauhistorischen Erbes von Stadtbaurat Reinhold Kiehl wacht.“

Schulleiter Rainer Kistermann:

„Schwitzen statt sitzen“ hat eine große Akzeptanz in allen Schulgremien bekommen. Wir freuen uns außerordentlich, dass die Schule nun einen frischen Anstrich bekommt. Das Albrecht-Dürer-Gymnasium hat sein pädagogisches Programm in den letzten Jahren mit der Daltonpädagogik, der Begabtenförderung und der Musikbetonung kontinuierlich weiterentwickelt. Eine freundlich gestaltete Lernumgebung trägt zum Lernerfolg entscheidend bei und steigert langfristig die Wertschätzung für andere Menschen und für Sachen. Das Ergebnis der Renovierung wird einen entscheidenden Beitrag dazu leisten.“

Quelle: Bezirksamt Neukölln

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