Liebe Neuköllnerinnen und Neuköllner,

das neue Jahr begann mit mehreren Negativschlagzeilen: Brandanschlag auf das fast 100 Jahre alte Musikhaus Bading in der Silvesternacht, Brandanschläge auf zwei gegen Rechtsextremismus engagierte Neuköllner Demokraten, Diebstahl und Tötung eines Schafs aus dem Streichelzoo in der Hasenheide. Sinnlose kriminelle Taten, die einen betroffen zurücklassen. Mein Lichtblick war jedoch die Welle der Solidarität von Seiten der Neuköllnerinnen und Neuköllner. Viele Menschen meldeten sich bei mir, boten Hilfe an. Die Musikhaus-Inhaberin möchte nun den Laden wieder aufbauen, der Streichelzoo bekommt mit etwas Glück ein neues Schaf und besseren Schutz für die Tiere vor Dieben.

Diese Anteilnahme, Hilfsbereitschaft und das Engagement so vieler Neuköllner Bürgerinnen und Bürger für den Zusammenhalt in der Gesellschaft macht mich demütig und hoffnungsvoll. Mein herzlicher Dank geht an alle, die sich für unsere Gemeinschaft einsetzen. Und meine
Bitte: Hören Sie nicht auf, aufrichtig, mit geradem Rücken und klarer Haltung für unsere demokratische, friedliche Form des Zusammenlebens zu streiten. Lassen wir uns nicht entmutigen, sondern weiter mit vollem Einsatz für die Gesellschaft arbeiten, in der wir leben wollen.

Ihre
Dr. Franziska Giffey

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Themen:
Ertappt auf frischer Tat: Drei Müllsünder gingen unserer Ordnungsamtsstreife im Januar ins Netz. Etwa 3 Kubikmeter Bauschutt sollte so schnell und auf Kosten der Allgemeinheit entsorgt werden. Das konnten die Kollegen des Allgemeinen Ordnungsdienstes verhindern. Fällig wird stattdessen ein Bußgeld von ca. 2.000 Euro. Außerdem muss die fachgerechte Entsorgung des Mülls nachgewiesen werden.

Neukölln schafft Ordnung
Für mehr Respekt gegenüber den Einsatzkräften: Neuköllner Ordnungsamt macht Schule „Du Dreckswichser, Du kannst Dich mal verpissen!“ – Solche und ähnliche Sprüche müssen sich die Kolleginnen und Kollegen des Allgemeinen Ordnungsdienstes in Neukölln teilweise von Jugendlichen gefallen lassen. Auch körperliche Angriffe, Bedrohungen und Widerstand gegen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind nicht selten. Damit wollte sich das Bezirksamt nicht abfinden und lud Zehntklässler aller Neuköllner Schulen zu einem interaktiven Workshop ins Ordnungsamt ein.
Darin erfuhren die Jugendlichen alles über Aufgaben und Befugnisse der „Stadtpolizei“. Gute Präventionsarbeit der Kolleginnen und Kollegen.

Neukölln baut Bildung

1,2 Mio. Euro für Sanierung und neue Lerninseln am Albert-Schweitzer-Gymnasium Im Albert-Schweitzer-Gymnasium lernen die Schülerinnen und Schüler im gebundenen Ganztagsbetrieb. Um ihre Lernbedingungen und Aufenthaltsmöglichkeiten zu verbessern, wurden in den sanierten Korridoren des Annexgebäudes Lerninseln mit Präsentations- und Ausstellungsflächen geschaffen. Dazu wurden in den Fluren und Treppenhäusern Akustik-, Beleuchtungs-, Renovierungs- und Brandschutzarbeiten durchgeführt. Auch alle angrenzenden Unterrichtsräume wurden saniert. 1,2 Mio. Euro wurden investiert, davon 500.000 Euro Fördermittel aus dem Programm Soziale Stadt und 700.000 Euro vom Bezirk. Ergebnis: gute Lernbedingungen und eine glückliche Schulgemeinschaft.

Neukölln unterstützt Flüchtlinge
Geflüchtete ziehen aus ehemaligen C&A-Gebäude in Gemeinschaftsunterkunft um Das als Notunterkunft für Geflüchtete genutzte ehemalige C&A-Gebäude in Neukölln wird im Februar vollständig freigezogen. Die 90 Männer und Frauen und 47 Kinder ziehen in die vom Land Berlin finanzierte Gemeinschaftsunterkunft in der Haarlemer Straße (links). Sie wurde im Dezember 2017 fertig gestellt. 175 Wohnungen zwischen 40-60 Quadratmetern bieten Platz für jeweils 3-5 Betten. Hinzu kommen Gemeinschaftsflächen für ehrenamtliche Angebote, Freizeitgestaltung für Kinder und Jugendliche und ein Frauencafé. Um die Belange der Anwohnenden und der Geflüchteten kümmert sich hier außerdem ein Team des Programms „Berlin entwickelt neue Nachbarschaften (BENN)“.

Neukölln erneuert Straßen und Grün
Einfach mal Platz nehmen: 15 neue Bänke für Neukölln in diesem Frühjahr

Auf dem Lieselotte Berger Platz im Rudower Frauenviertel werden im Februar drei neue Bänke installiert. Schöne geschwungene Holzbänke wurden durch das Neuköllner Straßen- und Grünflächenamt bestellt – dieselbe Bauart, die wir auch schon am Maybachufer ausgewählt haben. Ein Stück kostet inklusive der Aufstellung 1.000 Euro. Zwölf weitere Bänke sollen in den nächsten Wochen folgen, an verschiedenen Standorten in Neukölln und in Britz. Angeregt hatten das Bürgerinnen und Bürger, die sich am Mitbestimmungsverfahren zum Bürgerhaushalt beteiligt haben. Im Frühjahr startet übrigens die nächste Bürgerbeteiligung an der Investitionsplanung des Bezirks!

Neukölln verbessert Bürgerservice
Nachhaltigkeitsbeauftragte Eva Hein will Neukölln zur Fair Trade Town machen Seit diesem Jahr hat Neukölln eine Nachhaltigkeitsbeauftragte. Eva Hein will nachhaltiges Wirtschaften und entwicklungspolitisches Engagement im Bezirk stärken und Impulse für ein faires Einkaufsverhalten und zukunftsfähige Wirtschaftsstrukturen setzen. „Rein rechnerisch wären 1,7 Erden zur Deckung des weltweiten Jahresbedarfs an natürlichen Ressourcen nötig“, so die 31-Jährige. Deshalb will der Bezirk künftig nachhaltiger agieren und sich um die Auszeichnung als „Fair Trade Town“ bewerben. Mit dem Siegel des Vereins TransFair werden Kommunen ausgezeichnet, die fünf Kriterien für fairen Handel erfüllen.

Neukölln investiert in Infrastruktur
Neukölln verbaute 2017 45 Mio. Euro – 18 Prozent mehr als 2016 Neukölln hat im vergangenen Jahr für 45 Mio. Euro gebaut – und sich damit um 18 Prozent gesteigert. Über 37 Mio. Euro flossen 2017 in Schulen und Sportanlagen, 4 Mio. Euro in Sportplätze, Bibliotheken und Friedhöfe, 1,9 Mio. Euro in Jugendeinrichtungen und 1,5 Mio. Euro in Bürodienstgebäude. Damit die hohen Summen auch verbaut werden können, wurden in den letzten drei Jahren über 20 neue Mitarbeiter im Hochbauamt eingestellt. Schwerpunkte bei den Schulen bildeten energetische Sanierungen, Umbauten für mehr Barrierefreiheit und die Erneuerung der sanitären Bereiche. Im laufenden Jahr 2018 plant der Bezirk Ausgaben von rund 71 Mio. Euro im Hochbaubereich.

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Rathausbrief der Bezirksbürgermeisterin – Januar/Februar 2018
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