Meine Position zur Missbrauchsstudie der Katholischen Kirche ist klar: Die Ergebnisse der Studie sind erschütternd und gleichzeitig ist klar, dass das nur der Anfang sein kann. Wir brauchen eine ehrliche und umfassende Aufarbeitung in der katholischen Kirche. Ich erwarte schonungslose Aufklärung und sehe die Studie nur als Ausgangspunkt. Es geht dabei nicht nur um den Blick in die Vergangenheit. Der Gedanke, dass noch heute Menschen in der katholischen Kirche Verantwortung tragen, die Kinder sexuell missbraucht haben, ist unerträglich. Menschen, die so etwas tun, haben in keinem Amt der Kirche etwas zu suchen. Auch hier erwarte ich konsequentes Handeln der katholischen Kirche.

Das Problem ist aber nicht nur auf die Kirche beschränkt. Sexuelle Gewalttaten gegen Kinder und Jugendliche sind keine bedauernswerten Einzelfälle. Im Jahr 2017 wurden bundesweit ‎über 11.500 Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern erfasst. Die Dunkelziffer ist noch weit höher. Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Wir haben als Gesellschaft diese Taten zugelassen. Und wir sind alle mitverantwortlich dafür, sexuelle Gewalt in Zukunft zu verhindern. Das sind wir den Betroffenen und den Kindern, die heute und in Zukunft aufwachsen, schuldig. Schutz vor sexueller Gewalt ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass Kinder gut aufwachsen können.

Meine Position zur Missbrauchsstudie der Katholischen Kirche