Liebe Neuköllnerinnen und Neuköllner,

Sie werden die Nachrichten gehört haben: heute, am Freitag, 9. März 2018, hat die Sozialdemokratische Partei Deutschlands mich als neue Bundesfamilienministerin vorgeschlagen.

Eine ganz außergewöhnliche Situation ist eingetreten, die noch vor wenigen Tagen nicht absehbar war. Mich ehrt das Vertrauen, das in mich gesetzt wird. Dennoch bin ich mir meiner Verantwortung gegenüber den Neuköllnerinnen und Neuköllnern, dem Bezirk, den angestoßenen Projekten und meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr bewusst.

Wie geht es jetzt weiter? Es liegt in der Natur der Sache, dass nicht viel Zeit verbleibt, um nötige Regelungen zu treffen.

Für mich steht fest: Ich werde alles daran setzen, einen guten Übergang und eine gute Nachfolge zu organisieren und dafür zu sorgen, dass die Dinge im Rathaus gut und beständig weiterlaufen. Darum kümmere ich mich.

Was hier über die vergangenen Jahre geleistet wurde, ist das Ergebnis von guter, harter Arbeit von vielen Menschen in unserem Bezirk. Ich bin dankbar, dass ich 16 Jahre lang als Europabeauftragte, Bildungsstadträtin und Bezirksbürgermeisterin ein Teil davon sein durfte.

Der Erfolg hat immer viele Mütter und Väter. Gemeinsam haben wir viel bewegt und geschafft für Neukölln. Viele haben mit Mut, Tatkraft und Fleiß für ein lebenswertes und besseres Neukölln gearbeitet. Dafür haben wir bundesweit Anerkennung als Modellbezirk für neue, innovative Lösungsansätze erlangt.

Mir war es immer wichtig, allen Kindern in unserem Bezirk unabhängig von ihrer Herkunft die gleichen Zukunftschancen zu ermöglichen, Menschen zu befähigen statt nur zu versorgen, ganzheitlich zu denken und zu handeln.

Gute Politik beginnt mit dem Betrachten der Wirklichkeit aus dem Zuhören, Vor-Ort-Sein und der Begegnung mit Menschen. Die vielen Erfahrungen, die ich in Neukölln machen durfte, werden mich immer begleiten und auch in meine künftige Arbeit einfließen. Die Themen, die mir aus lokaler Sicht immer wichtig waren, will ich jetzt auf nationaler Ebene voranbringen.

Denn es gibt viele „Neuköllns“ in Deutschland. Die Verbesserung der frühkindlichen Bildung und Kindertagesbetreuung einschließlich der Stärkung von Erzieherinnen und Erziehern, die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Kinder und das Vorgehen gegen Kinderarmut sind dabei nur einige Schwerpunkte.

Und obwohl die neue Herausforderung eine riesige Chance ist, ist mir die Entscheidung nicht leicht gefallen.

Denn ich liebe mein Neukölln und bin denen so dankbar, mit denen ich so viele Jahre hier gestalten durfte.
Vielleicht ist Neukölln nicht der schönste, aber auf jeden Fall der spannendste Bezirk Berlins.

Deshalb werde ich auch immer im Herzen verbunden sein.
Denn eins ist wahr: Neukölln macht glücklich – nicht immer, aber immer öfter.

Herzliche Grüße
Ihre und Eure Franziska Giffey

Zum Nachfolgeprozess: Die Neuköllner SPD hat auf ihrem heutigen Kreisvorstand über meine Nachfolge als Bezirksbürgermeisterin beraten. In der Diskussion erklärte Martin Hikel, Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion in der BVV Neukölln, seine Kandidatur für das Amt des Bezirksbürgermeisters. Die SPD Neukölln wird nun in den kommenden eineinhalb Wochen über die Nominierung eines/r Kandidaten/in für die Wahl in der Bezirksverordnetenversammlung von Neukölln entscheiden.

Neukölln könnte damit in der Sitzung der BVV vom 21. März eine/n neue/n Bezirksbürgermeister/in bekommen.

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Nominierung zur Bundesfamilienministerin
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