Neukölln bekommt eine Hatun-Sürücü-Brücke. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hat diese Entscheidung getroffen, nachdem sie im vergangenen Jahr das Bezirksamt um Vorschläge zur Namensgebung gebeten hatte. Alle Fraktionen in der Bezirksverordnetenversammlung wurden daraufhin befragt. Einer der Vorschläge war Hatun Sürücü, die nun ausgewählt worden ist. Diese Brücke ist ein Teil der Sonnenallee in der Nähe des Estrel Hotels und des künftigen Estrel Towers mit dem neuen Convention Center. Hier entsteht ein völlig neues Stadtquartier und ich finde es gut, dass an einer so prominenten Stelle an eine Frau erinnert wird, die für ihr Recht auf ein freies und selbstbestimmtes Leben gekämpft hat und dafür kaltblütig ermordet wurde. Daran zu erinnern, soll auch dazu beitragen, Mädchen und jungen Frauen, die von Zwangsheirat und häuslicher Gewalt betroffen oder bedroht sind, gesellschaftlichen Rückhalt zu geben. Ihnen muss geholfen und die Täter strafrechtlich verfolgt werden. Zwangsheirat und Ehrenmord sind niemals kulturbedingt zu tolerieren.

Heute – an ihrem 13. Todestag gibt es in Neukölln eine Fahnenhissung auf dem Rathausvorplatz zum Gedenken.

Bezirksstadtrat für Jugend und Gesundheit Falko Liecke, die Fachbereichsleitung Mädchenarbeit und Leiterin der Mädchenfreizeiteinrichtung Szenenwechsel Mirjeta Luma und die bezirkliche Gleichstellungsbeauftragte Sylvia Edler setzen gemeinsam mit dem Netzwerk Frauen in Neukölln und dem Arbeitskreis Mädchenarbeit in Neukölln ein Zeichen gegen Gewalt an Mädchen und Frauen.

Gehisst wird die Fahne „Selbstbestimmt leben – gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“, die bis zum weltweiten Aktionstag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen „One Billion Rising“ am 14. Februar 2017 weht.

Neuköllner Brücke wird nach Hatun-Sürücü benannt